Der Christstollen

Viele von uns können sich sicher noch daran erinnern, dass zur Weihnachtszeit nicht nur Plätzchen gebacken wurden, sondern auch Christstollen in ordentlicher Zahl selbst zubereitet wurden.

So natürlich auch im Haus unseres Freundes Walter. Obwohl ihm die Mithilfe im Haushalt sonst völlig fremd war, kam er in der Weihnachtszeit nicht umhin, seiner Frau  bei den Vorbereitungen zu diesem speziellen Weihnachtsgebäck zur Hand zu gehen. Es war Walters Aufgabe den Teig zu kneten, was bei den zahlreichen Zutaten zu den Stollen einigen Kraftaufwand erforderte. Für die Teigmenge genügte eine normale Schüssel nicht, sondern der Teig wurde in einer Blechwanne, auch Brenke oder Sprenke genannt, durchgeknetet. Wenn jemand mit dem Fachbegriff nichts anfangen konnte, klärte ihn Walter gerne auf.
Walter pflegte zu sagen: „Waaste, sou, sou e Bläschwanne, wou e, e bissje Wäsch dren gewäsche wäd, die Kinnä dren gebåd wänn, un, un die Oma sisch di Fiss dren wäschd!“

Es war also in der Adventszeit wieder soweit, die Zutaten waren alle in die Wanne gegeben worden und Walter wurde aufgefordert, seines Amtes zu walten. „Äwwä, äwwä, isch ben jo ni bleed“, erzählte er uns am Stammtisch, „ also, also ben isch niwwer bäs Ählje“, das war sein Nachbar, “un, un hou mä demsoi Boämaschin gehullt, isch, isch had jo domols noch kå.”
“Dehåm, dehåm ho isch dann den Rierleffel oder Quirl odä, wi mä säischd, genumme und hou en, un hou en en die Boämaschin gesteckt. Isch hou de eschde Gang nengemacht un, un lous esses gange.
Wie, wie isch sou vor misch hieriäh, kimmt, kimmt moi Fraa en die Kische und säischd: Såch e mol, Walter, gäid, gäid des ni e bissje schnellä, isch, isch hou ni den ganze Dåch Zeit!“
„Des, des hett se ni såche däffe. Isch, isch hou jetzt nämlisch de zwädde Gang nengemåchd und dann hodse, dann hodse zwää Dåch Däsch von de Deck åbgekratzt!“

Die Schmunzelgeschichten sind geschrieben von Rüdiger Hock.

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